Leitbild

Wir verstehen Fußball als einen wichtigen Teil des gesellschaftlichen Zusammenlebens, als permanenten Ort für emotionale, individualitäts- und sinnnstiftende Gemeinschaftsinszenierungen. Rund um den Fußball formieren sich seit langer Zeit bunte, vielfältige und friedvolle Fankulturen immer wieder neu. Diese aus kultur- , verhaltens- und sozialwissenschaftlicher Perspektive zu beschreiben und zu verstehen ist unser Ziel.

Wir möchten auf der Grundlage kontinuierlicher und ausgewogener Forschungsprojekte nicht nur die selbstregulativen und partizipatorischen Einübungsprozesse einschlägiger Verhaltensmuster, sondern auch vermeintliche Fehlentwicklungen und ihre Ursachen erforschen. Eine so gestützte Arbeit des IfF sichert und reflektiert Fankulturen als Jugend- und Jungerwachsenenkultur und fördert soziale Inklusion. Darüber hinaus liefert sie wichtige Erkenntnisse und Hilfestellungen für die fußballaffinen Institutionen im sensibilisierten Umgang und Dialog mit seinen Zuschauern im kommerziellen wie traditionellen Wandel. Die internationale Orientierung erlaubt uns ebenso wie die interdisziplinäre Ausrichtung interessante Horizonterweiterungen.

Unsere Arbeit wirkt als neutrale, wissenschaftliche Ergänzung, Unterstützung aber auch als kritische Prüfung bestehender institutionalisierter Bemühungen in und um Fankulturen auf nationaler und europäischer Ebene, bietet Evaluation und Fortentwicklungsanalysen an. Dabei spielt besonders der Netzwerkcharakter eine tragende Rolle.

Wir sind ein interdisziplinärer Zusammenschluss von neugierigen Wissenschaftler_innen unterschiedlichster Fachrichtungen mit dem Ziel, zu einer Stärkung und Ausdifferenzierung der Fankulturenforschung in Wissenschaft und Lehre beizutragen. Als unabhängiges Institut möchten wir die Positionen aller Akteure des Fußballs verstehen lernen und uns für das Etablieren eines gegenseitigen Verständnis engagieren. Dabei pflegen wir einen intensiven Kontakt zu unseren „Zielgruppen“, den Fans, aber auch zu anderen Akteuren rund um den Fußball wie Vereinen, Verbänden, sozialpädagogischen Fanprojekten, Polizei, Medien etc. Wir sind spezialisiert auf die Feldforschung, beziehen unsere Partner also aktiv in die jeweiligen Forschungsprojekte mit ein. So werden realitätsnahe Expertisen, Lageeinschätzungen und sonstige Beratungsangebote entwickelt. Ziel unserer Projekte ist es, mittels qualitativer und quantitativer Methoden eine lebensweltnahe Sicht des Denkens und Handelns der Angehörigen von Fangruppen zu erlangen.

Konflikte sind ein fester Bestandteil jeglichen Zusammenlebens in einer pluralistischen Gesellschaft, dem unser Institut nachhaltig kommunikativ-deeskalierende, kooperative und integrative Ansätze zuführen will. Deshalb möchten wir die unterschiedlichsten fußballaffinen Organisationen und Fangruppen im Rahmen von Kongressen, Seminaren, Workshops, Fanhearings etc. bei der Stärkung, Weiterentwicklung und Problemlösungen unterstützen.

Wir möchten auch Nachwuchswissenschaftlern eine Plattform für Forschungen rund um die spannenden deutschen Fankulturen bieten. Durch die regelmäßige Veröffentlichungen von Schriften und das Veranstalten von Workshops und Tagungen soll so die unvoreingenommene und neutrale Auseinandersetzung mit Fankulturen auf Dauer gestärkt werden.