Fußball, Fans und Fankultur

1. Interdisziplinären Seminars des Instituts für Fankultur

Fußball-Fans stehen im Blickpunkt eines interdisziplinär besetzten Seminars an der Universität Würzburg. Die Spannbreite der Themen reicht von der Subkultur der Ultras bis zum Zusammenhang zwischen Fußball und dem Arabischen Frühling. Interessierte Gäste sind willkommen.
Am 20. und 21. Juli findet am Lehrstuhl für Sportwissenschaft der Universität Würzburg das erste interdisziplinäre Seminar zu Fragen und Problemen aus dem Bereich der Fankultur statt. In Kooperation mit dem Institut für Fankultur (Köln und Würzburg) stellen Nachwuchswissenschaftler verschiedener Disziplinen ihre Projekte und Forschungsergebnisse vor. Im Plenum diskutieren neben Juristen, Historikern, Soziologen und Sportwissenschaftlern auch Initiatoren von Fanprojekten und Journalisten, um die Hintergründe und Zusammenhänge auffälliger Phänomene und Probleme dieses neuen Forschungsfeldes aufzuarbeiten.

Das Seminar
Den Hauptvortrag hält James Dorsey, amerikanischer Journalist und Absolvent der Nanyang Technological University ( Singapur). Er wird den Zusammenhang zwischen Fankultur und internationaler Politik sichtbar machen: „The turbulent world oft he middle east Soccer – Zusammenhänge zwischen Fußball, Fans und dem „Arabischen Frühling“.
Weitere Vorträge widmen sich historischen Fragen der Fankultur, den Botschaften und Funktionen der Fanmagazine (Fanzies), der Stadionkultur, dem Identifikationsthema, dem Bildungswert von Fußball-Büchern, der jugendbewegten Subkultur der Ultras sowie Vorschlägen und Thesen zur Erfassung der Besonderheiten des sozialen Feldes „Fankultur“ im Lichte gesellschaftswissenschaftlicher Theoriebildung.
Darüber hinaus werden Doktoranden und Examenskandidaten der verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen ihre Projekte in Thesen und auf Postern präsentieren und sich – ebenso wie die anwesenden Fans – in die Diskussionen einbringen.

Interdisziplinär und Universitäten übergreifend
Das Seminar markiert den Beginn eines Universitäten und Disziplinen übergreifenden Projekts im Bereich der Fankultur. Das Projekt wird von den Lehrstühlen für Sportwissenschaft der Universitäten Würzburg und Landau im Verbund mit dem Institut für Fankultur (IfF) getragen und hilft bei der Vernetzung und dem interdisziplinären Dialog von Nachwuchswissenschaftlern, Journalisten und Entscheidungsträgern in der Politik und den Verbänden.
„Die Aktualität und mediale Präsenz des Themas hat vor allem während der zurückliegenden Monate den Bedarf an wissenschaftlichem Hintergrundwissen deutlich gemacht“, erklärt der Initiator des Projekts, der Würzburger Sportwissenschaftler Professor Harald Lange. „Ultras“, „Gewalt“, „Pyrotechnik“, „Fangesänge“ und „Fankultur“ seien nur einige herausragende Stichworte, die zuletzt für Schlagzeilen im Umfeld der Fußballberichterstattung gesorgt hätten.
„Während der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine haben wir aktuelle Ereignisse im Spannungsfeld zwischen Prügeleien und einem Preis für die irischen Fußballfans beobachten können. Und mit dem Start der nächsten Bundesliga-Saison im August werden wir wöchentlich auf neue Probleme und Phänomene stoßen“, sagt Lange. Diese Phänomene wollen die Wissenschaftler gemeinsam erörtern und klären.
Gäste sind bei diesem Seminar willkommen. Beginn ist am Freitag, 20. Juli, um 14:45 Uhr im Seminarraum am Sportinstitut der Universität Würzburg (Judenbühlweg 11).

Kontakt
Prof. Dr. Harald Lange, T: (0931) 31-80283 oder 31-86501
harald.lange@uni-wuerzburg.de

Links
Seminar Flyer (PDF)
Das Programm (PDF)
Das Institut für Fankultur (http://www.fankultur-institut.de/)
Das Institut für Sportwissenschaft (http://www.sportwissenschaft.uni-wuerzburg.de/)

Mo, 09.07.2012

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